Schrankpilot

Vinted Gebühren 2026: Was Käufer zahlen, was du bekommst

Als private Verkäuferin oder Verkäufer zahlst du auf Vinted keine Gebühr: Der Preis, den du festlegst, wird dir nach dem Verkauf vollständig gutgeschrieben. Der Käufer zahlt zusätzlich die Käuferschutz-Gebühr (ab 05.10.2026 „Vinted-Gebühr“) von 0,70 € plus üblicherweise 5 % des Artikelpreises sowie den Versand. Diese Beträge entscheiden mit, ob dein Preis gegen andere Angebote bestehen kann.

Wer zahlt was: der Überblick

PostenWer zahltHöhe (Stand 22.09.2026)
ArtikelpreisKäufervon dir festgelegt, geht komplett an dich
Käuferschutz-GebührKäufer0,70 € + üblicherweise 5 % des Artikel- oder Paketpreises
VersandKäuferje nach Paketgröße, Anbieter und Standort
Einstellen, Verkaufen, Auszahlenniemand0 € für private und für Pro-Konten
Push (Sichtbarkeit kaufen)Verkäufer, freiwilligabhängig von Artikelpreis, Dauer und Reichweite

Vinted verdient also am Käufer, nicht an dir. Das unterscheidet die Plattform von Marktplätzen mit Verkaufsprovision. Trotzdem beeinflussen die Käufergebühren dein Geschäft, weil der Käufer den Gesamtpreis sieht und danach entscheidet.

Die Käuferschutz-Gebühr im Detail

Vinted beschreibt die Gebühr in seiner Hilfe so: Sie „besteht in der Regel aus einem prozentualen Anteil am Artikel- oder Paketpreis (üblicherweise 5 %) sowie einer festen Pauschale von 0,70 €“. Die Einschränkungen „in der Regel“ und „üblicherweise“ haben einen Grund: In einzelnen Kategorien kann der Prozentsatz abweichen. Was für dein Angebot gilt, siehst du im Katalog direkt in der Preisübersicht des Artikels, denn Vinted rechnet die Gebühr dort schon in den Gesamtpreis ein.

Ein Beispiel: Du bietest eine Jeans für 20 € an. Der Käufer zahlt 20 € + 0,70 € + 1,00 € (5 % von 20 €) = 21,70 € plus Versand. Du erhältst 20 €.

Bei Paketen aus mehreren Artikeln desselben Verkäufers wird die Gebühr einmal auf den Paketpreis berechnet, nicht je Artikel. Für Käufer ist ein Paket deshalb günstiger als drei Einzelkäufe. Ein Paketrabatt macht das Angebot zusätzlich attraktiv.

Das Kammergericht Berlin hat Vinted am 02.12.2025 untersagt, den kostenpflichtigen Käuferschutz im Bestellvorgang voreinzustellen (Az. 5 U 87/22). Das Urteil ist nicht rechtskräftig, und an der Höhe der Gebühr ändert es nichts. Ob und wann Vinted den Bestellablauf anpasst, war am 22.09.2026 offen. Zum 05.10.2026 stellt Vinted auf neue Nutzungsbedingungen und den eigenen Zahlungsdienst Vinted Pay um; die Käuferschutz-Gebühr heißt ab dann „Vinted-Gebühr“. Vinted bezeichnet das als reine Umbenennung ohne neue oder zusätzliche Gebühr.

Versand: Der Käufer zahlt, du wählst die Optionen

Vinted stellt klar: „Die Käufer tragen die Versandkosten.“ Sie werden beim Checkout angezeigt und zum Gesamtbetrag addiert; die Höhe hängt von Paketgröße sowie Standort von Käufer und Verkäufer ab. Du legst beim Einstellen die Paketgröße fest und entscheidest, welche Versandanbieter der Käufer wählen darf. Bei den vorgegebenen Versandarten bekommst du ein bezahltes Versandetikett und gibst das Paket nur noch ab.

Wählst du stattdessen „individuellen Versand“, organisierst du den Transport selbst und gibst die Kosten in der Beschreibung an. Das kann günstiger sein, bringt dir aber ohne Sendungsverfolgung keinen Nachweis über die Zustellung. Für deine Kalkulation heißt das: Solange du die Versandoptionen von Vinted nutzt, kostet dich der Versand nichts. Verpackungsmaterial schon.

Pro-Konto: kostenfrei für Verkäufer

Für gewerbliche Verkäufer gibt es Vinted Pro. Vinted schreibt dazu auf der Pro-Seite: „Ja, Vinted Pro ist komplett kostenfrei.“ Es gibt keine Einstell- oder Verkaufsgebühr, unabhängig von der Zahl der Artikel. Auch hier zahlt der Käufer eine Käuferschutz-Gebühr, bei Pro-Verkäufern „Käuferschutz-Pro-Gebühr“ genannt.

Ein Pro-Konto kostet also kein Geld, bringt aber Pflichten mit sich: Widerrufsrecht für Käufer, Pflichtangaben, gegebenenfalls Umsatzsteuer. Ob du gewerblich handelst, ist eine steuer- und gewerberechtliche Frage und hängt nicht allein von der Zahl deiner Verkäufe ab. Mehr dazu im Ratgeber Vinted und Steuern.

Push: die einzige Gebühr, die du selbst zahlst

Ein Push ist laut Vinted-Hilfe „ein kostenpflichtiges Feature, das du zu jedem Angebot hinzufügen kannst“. Der Artikel erscheint dann drei oder sieben Tage lang weiter oben in Feed und Suchergebnissen, oder bis er verkauft ist. Einen festen Preis für einen Push nennt Vinted nicht; er hängt von Artikelpreis, Dauer und Reichweite ab und wird dir vor dem Kauf angezeigt. Reseller-Blogs berichten für Deutschland von etwa 1,15 € für drei und 1,95 € für sieben Tage (Stand 07/2026). Während ein Push läuft, kannst du den Preis senken, aber nicht erhöhen.

Rechne den Push wie jede andere Ausgabe: Wer 20 Artikel wöchentlich für sieben Tage pusht, gibt dafür rund 39 € pro Woche aus. Bei Artikeln unter 15 € frisst das schnell den Gewinn auf. Sinnvoll ist ein Push eher für wenige, höherpreisige Stücke.

Drei Rechenbeispiele

PulloverSneakerWintermantel
Dein Preis15,00 €40,00 €120,00 €
Käuferschutz (0,70 € + 5 %)1,45 €2,70 €6,70 €
Versand (Beispiel)2,95 €4,49 €5,99 €
Käufer zahlt19,40 €47,19 €132,69 €
Du erhältst15,00 €40,00 €120,00 €
Einkaufspreis (deine Angabe)5,00 €25,00 €60,00 €
Verpackung0,60 €0,90 €1,20 €
Push (optional, 7 Tage)1,95 €1,95 €
Gewinn9,40 €12,15 €56,85 €

Die Versandpreise in der Tabelle sind Beispiele; die tatsächlichen Preise siehst du beim Einstellen. Der Push-Preis stammt aus Drittquellen. Für deine eigenen Zahlen gibt es den kostenlosen Gebühren- und Gewinnrechner, in dem du Gebührensatz, Versand und Einkaufspreis selbst anpasst.

Was das für deine Preise bedeutet

Käufer sehen den Gesamtpreis und vergleichen ihn mit anderen Angeboten. Bei einem 10-€-Artikel machen Käuferschutz und Versand schnell 30 bis 40 % des Gesamtbetrags aus; bei einem 100-€-Artikel sind es rund 10 %. Günstige Einzelteile lohnen sich deshalb oft eher im Paket, und ein Preisvorschlag des Käufers reduziert die Gebühr automatisch mit, weil sie prozentual berechnet wird. Für dich zählt am Ende die Differenz zwischen Verkaufspreis und deinen eigenen Kosten. Wie du sie erfasst, zeigt der Ratgeber Vinted Gewinn berechnen.

Häufige Fragen

Ist Verkaufen auf Vinted wirklich gebührenfrei?

Ja. Für private Verkäufer fallen weder Einstell- noch Verkaufsgebühren an, und auch die Auszahlung ist kostenlos. Vinted finanziert sich über die Käuferschutz-Gebühr, die der Käufer zahlt. Einzige freiwillige Ausgabe für dich ist ein Push.

Wie hoch ist die Käuferschutz-Gebühr auf Vinted?

Laut Vinted-Hilfe besteht sie in der Regel aus 0,70 € plus üblicherweise 5 % des Artikel- oder Paketpreises. In einzelnen Kategorien kann der Prozentsatz abweichen; der genaue Betrag steht beim Artikel in der Preisübersicht.

Zahle ich als Verkäufer den Versand?

Nein. Die Käufer tragen die Versandkosten, die beim Checkout zum Gesamtbetrag hinzukommen. Du bestimmst beim Einstellen nur Paketgröße und zulässige Versandanbieter.

Was kostet ein Push auf Vinted?

Vinted nennt keinen Festpreis; er richtet sich nach Artikelpreis, Dauer (drei oder sieben Tage) und Reichweite. Drittquellen nennen für Deutschland rund 1,15 € beziehungsweise 1,95 € je Artikel (Stand 07/2026). Den verbindlichen Preis siehst du vor dem Kauf in der App.

Quellen

  • Vinted-Hilfe, „Käuferschutz-Gebühren auf Vinted“, vinted.de/help/342 – abgerufen 22.09.2026
  • Vinted-Hilfe, „Wer zahlt für den Versand?“, vinted.de/help/458 – abgerufen 22.09.2026
  • Vinted-Hilfe, „Was ist ein Push?“, vinted.de/help/340 – abgerufen 22.09.2026
  • Vinted Pro, „Ist Vinted Pro kostenlos?“, vinted.de/pro – abgerufen 22.09.2026
  • vzbv, „Vinted darf kostenpflichtigen Käuferschutz nicht voreinstellen“ (KG Berlin, Urteil vom 02.12.2025, Az. 5 U 87/22) – abgerufen 22.09.2026
  • Push-Preise Deutschland: vintagelab.org/blog/vinted-bumpen-automatisieren (07/2026) – abgerufen 22.09.2026

Dieser Ratgeber informiert allgemein und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Gebühren können sich ändern; maßgeblich sind die Angaben in der Vinted-Hilfe. Stand der Angaben: 22.09.2026. Dieser Ratgeber ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu Vinted UAB.